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Geschichte
des Neujahrsfestes
Neujahr war in der Geschichte und ist auch
heute noch weniger ein kirchliches als ein weltliches Fest.
In Rom fanden zu diesem Anlass ausschweifende
Feierlichkeiten mit Essgelagen, Trinkgelagen und Opfergaben
statt. Von den Christen wurde dieses heidnische Treiben
zunächst gänzlich abgelehnt. In der Bevölkerung blieben die
römischen Neujahrsbräuche aber auch erhalten, als das
Christentum im 4. Jahrhundert zur römischen Staatsreligion
und damit zu einer Massenbewegung geworden war. Die Kirche
in Rom versuchte gegen diese Bräuche und Riten anzugehen,
indem sie den Neujahrstag zum Bußtag und Fasttag erklärte.
Doch weder Mahnungen noch Drohungen fruchteten.
Gegen Ende des ersten Jahrtausends
entwickelte sich sogar ein Narrenfest, das an Neujahr und in
den ersten Tagen im Jahr mit Maskeraden, dekadenten Liedern
und unzüchtigen Tanzveranstaltungen begangen wurde. Noch
lange hielt sich dieses Narrenfest, bei dem auch
Gottesdienste parodiert wurden und niedere Kleriker sich als
Narrenbischöfe verkleideten. In Paris hielt dieses
Narrenfest bis ins 15. Jahrhundert an. Obwohl jeder, der bei
diesem Treiben mitmachte, mit der Exkommunikation rechnen
musste.

Als die Kirche einsehen musste, dass das
Volk nicht vom fröhlichen und ausgelassenen Feiern an
Neujahr abzubringen war, versuchte sie andere Wege zu gehen.
Indem sie im 13. Jahrhundert das Fest der Beschneidung des
Herrn auf den 1. Januar verlegte, wollte sie dem
Neujahrsfest ein christliches Gepräge geben. Die biblische
Grundlage für die Wahl dieses Tages findet sich im Neuen
Testament bei Lukas 2,21, wonach der kleine Jesus acht Tage
nach der Geburt beschnitten wurde. Mit dem 1. Januar endet
ja die Weihnachtsoktav. Zunehmend wurde das Neujahrsfest
auch mit dem Marienkult verbrämt.

Dennoch können alle kirchlichen Bemühungen
gegen das heidnische Neujahrsfest im Laufe der Geschichte
als gescheitert betrachtet werden. Die heutigen Bräuche und
Riten zum Jahreswechsel, Silvester und Neujahr, basieren zu
einem Großteil auf den altrömischen und zum Teil auch auf
germanischen Riten, wenn sie sich auch eher in die Abend-
und Nachtstunden des Silvestertags verlagert haben.
Ausgelassenes Feiern, Essen und Trinken, Tanzen usw. gehören
ebenso zu einer Silvesterparty, einem Silvesterball oder
einer Silvestergala wie das Silvesterfeuerwerk,
Silvesterschießen oder das Neujahrsschießen zur Begrüßung
des neuen Jahres. Auch abergläubische Ängste und Hoffnungen
sind mit dem Jahreswechsel verbunden. |