ööööööööööö
Rat & Tat für die Katz`

 

 
            Markieren

 

"Markieren ist für Katzenhalter das zweithäufigste Problem. Die Katze geht rückwärts an einen Gegenstand heran, hebt ihren Schwanz hoch und sprüht stark riechenden Urin nach hinten. Manchmal zittert dabei die Schwanzspitze. Der verbreitete Glaube, nur Kater sprühten, ist falsch; auch Kätzinnen tun es, nur seltener.

Dabei handelt es sich um Territorialverhalten: Eine sprühende Katze schreitet täglich die Grenzen ihres Reviers ab und markiert sie stets an den gleichen Stellen.

Man fasst das als "Warnung" an andere Katzen auf, und ein Zweck ist sicherlich, den Geruch fremder Katzen zu verdrängen. Ein anderer Zweck mag es sein, unvertrauten Gegenständen einen vertrauten Geruch zu verleihen.

Kürzlich war ich bei einer Familie mit mehreren Katzen zu Gast und stellte meine Handtasche auf den Boden. Natürlich kamen die Katzen sie beschnuppern und fanden, sie rieche "fremd". Um ihr einen vertrauten Geruch zu verleihen, besprühten sie mehrere Katzen, und ich fand sie dann tropfnass!

Schwierig wird es, wenn Katzen im Hause zu sprühen anfangen. Manche Katzenhalter finden sich damit ab, aber die Mehrheit sucht nach einem Mittel, dies zu stoppen

Eine kastrierte Katze sprüht seltener als eine unkastrierte. Wenn Ihnen bewusst ist, dass Sprühen ein territoriales Verhalten darstellt, wird es Sie interessieren, dass kastrierte Katzen kleinere Territorien haben als unkastrierte. Ein Vollkater betrachtet Ihr Haus und dessen Umgebung, die einen Quadratkilometer oder mehr umfassen kann, als sein Territorium, und auf diesem Gebiet beansprucht er nicht nur alle Nahrungsmittel für sich, sondern auch jede unkastrierte Kätzin, die ihn annimmt. Das Territorium eines kastrierten Katers ist viel kleiner, aber immer noch sechs- bis siebenmal so groß wie das der kastrierten Kätzin.

Ein kastrierter Kater gibt sich nicht nur mit einem kleineren Revier zufrieden; die Operation hat auch seinen Testosteronspiegel gesenkt, und das ist das Hormon, das zum Sprühen veranlasst.

Man muss hoffen, dass alle Nicht-Rassekatzen und die meisten Rassekatzen kastriert werden, schon damit sich kein unerwünschter Nachwuchs einstellt. Wenn dieser Grund nicht genügt, dann genügt bestimmt das Sprühen, um den Besitzer von der Notwendigkeit des Eingriffs zu überzeugen.

Kätzinnen können gefahrlos kastriert werden, sobald sie vier Monate oder älter sind (lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt über den besten Zeitpunkt beraten), aber sie sprühen ohnehin selten im Haus. Mit Katern ist es schwieriger; hier sollte ein Halter sein Tier genau beobachten und gut kennen. Man war früher der Ansicht, auch Kater könnten ab . vier Monaten jederzeit kastriert werden, aber heutzutage möchten viele Tierärzte die Operation lieber etwas später ausführen. So kann der Körper noch männliches Hormon, eben Testosteron, produzieren und der Kater größer und kräftiger werden; vor allem aber verringert sich das Risiko später auftretender Probleme der Harnwege. Ein Vollkater wird auf jeden Fall viel eher sprühen; er beginnt damit als "Teenager" im Alter von etwa acht Monaten.

Der Besitzer muss seinen Kater sorgfältig beobachten und dem Tierarzt so helfen, den richtigen Zeitpunkt für den Eingriff zu bestimmen. Grob gesagt dürften es etwa acht Monate sein, aber Katzen werden zu den unterschiedlichsten Zeiten geschlechtsreif, weil eben jede ein Individuum für sich ist. Wenn Sie merken, dass Ihr Kater selbstsicherer wird und beginnt, sich mehr für das Geschehen im Freien als für das im Haus zu interessieren, und wenn er dann acht Monate oder älter ist, sollten Sie mit Ihrem Tierarzt reden. Kater erholen sich sehr rasch von der Kastration, die kein schwerer Eingriff ist, und springen schon eine halbe Stunde nach der Rückkehr vom Tierarzt herum und wollen endlich ihr Frühstück. (Füttern Sie Katzen nie am Tag einer Operation. Entflohen Sie sie auch nicht um diese Zeit, denn mit der Anästhesie zusammen kann sich dies schädlich auswirken.)

Es ist wichtig, das Sprühen eines Katers einzudämmen, bevor er es sich angewöhnt hat; nachher ist es viel schwerer, es abzustellen. Mit etwas Glück verschwindet das Problem durch die Kastration. Manchmal sprüht ein kastrierter Kater, weil nach der Operation ein wenig Hodengewebe zurückgeblieben ist. Dieses erzeugt weiterhin Testosteron, und die Katze benimmt sich wie ein Vollkater. Ein Tierarzt kann den Testosteronspiegel ermitteln, und falls noch Gewebe vorhanden ist, kann man es wegschneiden lassen. Auch lassen sich die Hormone durch Medikamente regulieren. Schwierigkeiten können zudem auftreten, wenn man mehrere Katzen hält. Manche Katzen empfinden das als eine Bedrohung ihres Territoriums innerhalb des Hauses und versuchen, Möbelstücke und Grenzen innerhalb des Hauses als ihr eigen zu markieren.

Dies wird sehr deutlich, wenn man ein Katzenheim besucht, wo die verschiedensten Katzen untergebracht sind, bis ein Plätzchen für sie gefunden ist. Trotz strikter Hygiene riecht es dort penetrant nach Urin. Wenn eine große Zahl von Katzen auf einem kleinen Gebiet gehalten wird, versuchen eben viele Tiere, sich ein Territorium zu schaffen.

Die Gefahr, dass solches in einem Vielkatzen-Haushalt geschieht, lässt sich auf manche Weise verringern. Versuchen Sie, wenn Sie schon eine Katze oder ein Kätzchen haben und noch mal eines haben wollen, eine zu wählen, die zu Ihrer bisherigen Katze passt. Wenn Ihre Katze selbstbewusst ist und Chef sein will, sollten Sie nicht ein unduldsames oder gar aggressives Tier heimbringen. Wählen Sie eines, das mit dem zweiten oder dritten Rang zufrieden ist - Katzen haben ja sehr ausgeprägte Rangordnungen.

Schwierig wird es, wenn mehrere Katzen gleich anspruchsvoll sind und jede der Boss sein will. Sie können dies einigermaßen in den Griff bekommen, wenn Sie dafür sorgen, dass sie die Boss-Katze im Haus sind, und Streitigkeiten schlichten, bevor sie zu weit gehen.

Soforthilfe kann auch geleistet werden, wenn Sie dafür sorgen, dass jede Katze ihr eigenes Terrain hat. Jede braucht ihr eigenes Bett und wenn möglich ihr eigenes Katzenkistchen. Futtergeschirre sind zu trennen; es ist nie eine gute Idee, mehrere Katzen aus einem Geschirr zu füttern. Erstens erhöht dies die Gefahr von Ansteckung durch Krankheitskeime, und zweitens wird dabei stets eine Katze übrig bleiben, die nicht genug zu essen bekommt. Einer neuen Katze sollten Sie ihr Geschirr mindestens einen Meter weit von dem der andern Katze hinstellen; die Distanz kann dann in dem Maße verringert werden, als die Katzen einander kennen und vertrauen lernen.

Es gibt eine Limite für die Zahl der Katzen, die im selben Haus wohnen sollten. Die meisten Sprühprobleme tauchen auf, wenn es vier oder mehr Katzen sind, die ihr Heim teilen sollen. Natürlich kommt es dabei nicht nur auf die Zahl der Katzen an, sondern auch auf die Größe des Heims. Wer ein großes Haus hat, wo es viele Spielmöglichkeiten, Verstecke und Ausweichgelegenheiten gibt, wird weniger Probleme haben als jemand, der mit ebenso vielen Katzen in einer Zweizimmerwohnung lebt.

Ich habe vier Katzen; eine sehr selbstsichere Kätzin, einen ziemlich selbstsicheren, aber gutmütigen Kater, ein schüchternes Weibchen und ein Männchen, das über alles seine Ruhe liebt. Der Gutmütige hat ein eigenes Esszimmer, denn er isst langsam und schaut seelenruhig zu, wenn jemand anders sein Futter aufrisst. Die Boß-Kätzin isst auch allein, die beiden andern zusammen. Abends teilen die beiden Männchen ein Zimmer und kuscheln sich zufrieden aneinander. Das scheue Weibchen hat sein Schlafzimmer – das heißt sein Bett – für sich allein zuoberst auf einem stabilen Möbelstück (eine scheue Katze schläft gern in der Höhe, wie sie es in der Wildnis tun würde). Die Boß-Kätzin hat des Nachts das ganze Haus zur Verfügung. Das mag kompliziert tönen, aber ein solches System erlaubt den verschiedensten Persönlichkeiten ein friedliches Zusammenleben ohne allzu viel Streit oder Auseinandersetzungen. Allerdings, wenn ich in die Ferien verreise, werden die Katzen-Sitter fast verrückt!

Jede Art von Stress kann zum Sprühen führen – er ist sogar, mit Ausnahme hormonaler Störungen, der häufigste Grund. Umziehen, neue Familienmitglieder, der Wegzug eines Hausbewohners, ja selbst Füttern an einem andern Ort, kurz, jede Veränderung kann Stress erzeugen und zum Sprühen führen. Findet man heraus, welche Veränderung im Alltagsleben dafür verantwortlich ist, und lässt sie sich rückgängig machen, sollte das Problem verschwinden. Ist die Veränderung endgültig, kann man sich nur mit Geduld wappnen. Das Sprühen sollte nachlassen und schließlich aufhören, wenn sich die Katze an die Veränderung gewöhnt hat, und das wird schneller eintreten, wenn Sie sich mit Schelten zurückhalten. Wenn Sie sie anschreien, erhöht sich lediglich der Stress, und das unerwünschte Verhalten dauert länger.

Es gibt Gründe, die Sprühen auslösen, die dem Halter nicht sofort klar sind. Es kann eine Antwort auf die Bedrohung durch eine andere Katze sein, von der der Halter nichts weiß. Die Katzen Ihrer Nachbarn sprühen bestimmt in Ihrem Garten, wenn Sie einen haben. Sie selbst bemerken das nicht, es sei denn, der Geruch sei außergewöhnlich stark. Aber Ihre Katze riecht es. Sie wird verzweifelte Versuche unternehmen, die fremden Duftmarken mit den eigenen zu überdecken. Deshalb sprühen Katzen oft nahe der Türe oder der Katzentüre. Die fremde Katze hat vielleicht dicht vor der Tür gesprüht, und da Ihre Katze nicht hinaus kann, sprüht sie von innen her gegen die Tür

Sie deckt oft Gerüche von anderen Katzen zu, wenn Sie keine Ahnung davon haben, dass überhaupt eine andere Katze im Spiel ist. Ich weiß von einer Hauskatze, die sich stets untadelig benahm, bis sie anfing, die Kohle in der Kohlenschaufel zu besprühen. Die Besitzer waren perplex, bis man ihnen sagte, sie ließen den Kohlenkeller stets offen. Eine Nachbarskatze besprühte die Kohle im Keller, und wenn diese mit der Schaufel ins Haus gebracht wurde, roch die Hauskatze die Nachbarskatze, aber die Menschen rochen das nicht. Das Tier deckte einfach die fremden Duftmarken auf seinem eigenen Territorium zu. Als die Besitzer das Problem begriffen, schlossen sie den Kohlenkeller ab, und ihre Katze hörte zu sprühen auf.

Wenn also ein Gegenstand besonders häufig besprüht wird, sollten Sie sich fragen, ob eine andere Katze beteiligt sein könnte, und verhindern Sie diese am Sprühen.

Wenn Sie Ihre Katze nie sprühen sehen, aber doch den typischen Geruch wahrnehmen, dürfen Sie nicht gleich den Schluss ziehen, Ihre Katze sei daran schuld. Wenn Sie nämlich eine Katzentür oder ein offenes Fenster haben, kommen, sobald Sie abwesend sind, viele Katzen aus der Umgebung herein und besprühen alles und jedes, um damit anzugeben, dass sie da waren. Das lässt sich nur durch das Schließen der Katzentür oder des Fensters verhindern. Es gibt auch teure elektronische oder magnetische Katzentüren, die nur auf eine bestimmte Vorrichtung hin reagieren, die Ihre Katze am Halsband trägt.

Ein Kater sprüht auch, wenn er ein rolliges Weibchen ausgemacht hat. Er riecht sie über weite Strecken, und wenn das Weibchen auf sein Territorium kommt und er nicht zu ihr kann, sprüht er. Normalerweise ist dies die natürliche Reaktion eines Vollkaters; kastrierte Katzen reagieren meist nicht so, aber sogar das kommt vor.

Nicht jeder, der mit einer sprühenden Katze lebt, versucht das abzustellen. Besitzer unkastrierter Rassekater zum Beispiel nehmen das als Berufsrisiko hin. Wenn sie Zuchtkater im Haus halten, gehen sie täglich mit einem feuchten Tuch durch das ganze Haus und wischen auf.

In einem Garten kann ein Katzengehege, mit oder ohne Katzenhäuschen, die Lösung sein. Katzengehege kann man fertig kaufen; sie sind nicht sehr teuer und bestehen aus einem Holzlattengerüst und Maschendraht. Die kleinsten sind etwa I,80 m lang und 1,80 m hoch und 1 m breit. So etwas lässt sich samt Häuschen auch selber basteln.

Soll Ihre Katze da täglich ein paar Stunden verbringen, braucht sie nicht viel mehr als ein paar Spielsachen, ihren Futter- und Wassernapf und ein Katzenkistchen. Soll sie aber mehr oder weniger dort wohnen, müssen Sie eine Heizung im Häuschen installieren und Licht, damit Sie Ihre Katze bei nächtlichen Besuchen sehen. Denn Sie müssen die Katze dann häufig besuchen, mit ihr im Gehege sitzen und spielen. Sie sitzt nicht im Gefängnis und wird nicht bestraft; sie wurde bloß von den anderen Katzen getrennt, damit sie ihr eigenes Revier hat und zufriedener ist. Aber Katzen leiden unter der Einsamkeit; besuchen Sie sie deshalb sooft und solange wie möglich. Versuchen Sie dann und wann, die Katze wieder ins Haus zu den andern zu führen. Vielleicht sprüht sie nun nicht mehr oder nicht mehr so häufig.

Es gibt andere Lösungen. Eine Freundin von mir hält mehrere Katzen, von denen zwei sprühen. Tagsüber dürfen sie im Garten spielen, nachts haben sie im Haus ein eigenes Zimmer, das ganz auf ihre Bedürfnisse hin eingerichtet ist. Alles ist waschbar: Decke, Wände, Boden, Möbel. Der Boden ist mit Vynil ausgelegt und am Rand mit Klebeband an den Deckleisten befestigt, so dass keine Flüssigkeit durchsickern kann. Nach jeder Nacht schickt meine Freundin die beiden Katzen in den Garten und reinigt inzwischen das ganze Zimmer gründlich.

Wenn das Sprühen örtlich beschränkt ist, kann man versuchen, der Katze einen solchen Platz zu verleiden. Man wäscht und desinfiziert die Stelle und reibt sie mit einer Substanz ein, die Katzen nicht mögen – mit Zitrus- oder Pfefferminzöl oder Essig. Solche Mittel wirken aber nur beschränkt. Viel besser ist es, die Gründe für das Verhalten zu suchen und den Alltag Ihres Haushalts so einzurichten, dass die Katze im Haus nicht mehr sprüht."

 

 

 

 



 

© 2003- 2013 by C.-C. K.   

Diese Seite ist ein Bestandteil der Homepage: http://www.casemada.de      Kontakt

Optimierung: 1440x900 Pixel